GEZ fürs Homeoffice? Was Selbständige beachten müssen

GEZ fürs HomeofficeViele Selbständige, die im Homeoffice arbeiten, wissen nicht, dass sie eigentlich seit Jahren GEZ-Beiträge für die nicht-private Nutzung ihres Notebooks hätten zahlen müssen (Anmerkung: Die „GEZ“ gibt es nicht mehr. Die zuständige Institution nennt sich „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Der Einfachheit halber ist in diesem Artikel jedoch von der „GEZ“ die Rede). Seit dem 1. Januar 2013 gilt für alle Betriebe (dazu zählt die GEZ auch Freelancer, also Freiberufler, die von zu Hause aus arbeiten und alle anderen Selbständigen wie Gewerbetreibende) eine entsprechende Rundfunkbeitragspflicht.

Eine solche Pflicht für Firmen, die ein Büro angemietet haben und von Kunden besucht werden, leuchtet ein, während die Regelung für das Homeoffice auf Widerstände stößt: Bereits vor dem Jahre 2013 hat die GEZ versucht eine solche Verpflichtung durchzusetzen und scheiterte damit im Jahre 2011 vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG 6 C 15.10, 45.10 und 20.11). Auf diese Gerichtsentscheidungen kann man sich jedoch nicht mehr berufen, da seit dem 01.01.13 der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag als gesetzliche Grundlage gilt. Diese Gesetzesänderung haben viele Selbständige, die vom Homeoffice aus tätig sind, verschlafen.

Was bedeutet das in der Praxis für die „kleinen“ Selbständigen?

  • Wer etwa im schlechtesten Fall beispielsweise der Betreiber einer erfolglosen Nischenseite ohne Einnahmen (aber mit eingebauter Werbung bzw. Affiliate-Links und daher angemeldetem Gewerbe) ist oder der Inhaber eines Betriebs, welcher Dienstleistungen anbietet, jedoch keine Aufträge erhält, ist zur zusätzlichen Zahlung von GEZ-Beiträgen für den nicht-privaten Bereich verpflichtet und muss dabei genauso hohe Beiträge zahlen wie eine Firma mit 8 Mitarbeitern (und entsprechend vielen Notebooks):
  • Für alle Betriebe mit 0-8 Mitarbeitern wird laut Angaben der GEZ (also dem ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice) ein Rundfunkbeitrag in Höhe von 5,83 € monatlich fällig – und das zusätzlich zu der allgemeinen Beitragspflicht, die für jeden Privathaushalt gilt. Dieser Beitrag wird geräteunabhängig erhoben.
  • Das bedeutet in der Konsequenz auch, dass, wenn man ein und dasselbe Notebook sowohl privat als auch gewerblich im Homeoffice nutzt, sowohl der private als auch der nicht-private GEZ-Beitrag fällig werden.
  • Für jede weitere Betriebsstätte, die man bei der GEZ anmeldet, werden weitere Beiträge fällig.

Unsere Meinung dazu:

Es ist sehr schade, dass dieser Beitrag pauschal erhoben wird und nicht differenziert wird, ob es sich um einen in Vollzeit tätigen Selbständigen, einen Kleinunternehmer oder etwa um eine Person mit nebenberuflichem Gewerbe handelt. 5,83 € ist zwar kein hoher Betrag, doch trifft diese Beitragsverpflichtung vor allem Existenzgründer und Betreiber kleiner Webseiten, die ohnehin schon jeden Cent umdrehen müssen.

 

Ist der nicht-private GEZ-Beitrag von einer eigenen Webseite abhängig?

Nein, auch wenn man keine Firmenhomepage hat, ist man dazu verpflichtet zusätzlich nicht-private Rundfunkbeiträge zu entrichten, wenn man ein Gewerbe oder eine selbständige Tätigkeit angemeldet hat.

 

Ist dieser Beitrag von einer eigenen Firma abhängig?

Sie müssen nicht einmal einen eigenen Betrieb mit Firmennamen besitzen: Es reicht aus ein Gewerbe oder eine selbständige Tätigkeit, welche vom Homeoffice aus ausgeübt wird, angemeldet zu haben.

 

Sind nicht-private Rundfunkbeiträge steuerlich absetzbar?

Nicht-private Rundfunkbeiträge sind Betriebsausgaben, weshalb man diese Beiträge von der Steuer absetzen kann.

 

Kann man sich von der Rundfunkbeitragspflicht befreien lassen?

Wer Empfänger von Sozialleistungen ist, kann bei dem ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice einen Antrag auf Befreiung stellen. Auch wer sein Gewerbe stillgelegt oder seine selbständige Tätigkeit abgemeldet hat, sollte dies der GEZ sofort mitteilen.

Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie auf der offiziellen Website der GEZ.

 

Letzte Änderung dieses Artikels am 30.07.2017. Zum Blog

 

Bild: 10 Cent im Eisblock © Pixxs / Fotolia.com

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